Das beste nach einem langen Fest ist das Aufräumen am nächsten Tag mit brummendem Schädel, weil man ja doch wieder nicht so getan wie man eigentlich wollte, mit mal weniger Bier und Sekt durcheinander und weil es Menschen gibt, die einem viel zu oft ungefragt nachschenken, die fiesen.
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Vitamin B gesammelt.
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Freue mich für den frischgebackenen Senior Key Expert of Irgendwas, weil er's tatsächlich verdient hat, der Architekt, und frage mich gleichzeitig, was man sich denn heutzutage noch für so einen "Titel" kaufen kann, wo sich doch eh jeder bezeichnet wie er will oder denkt oder hofft, dass es gut klingt. Aber so eine Urkunde an der Wand macht sich bestimmt chic. Und ein paar Kröten mehr auf dem Konto. Evtl.
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Höre die biologische Uhr ticken. Vielleicht ist's aber auch nur das Ding an der Wand.
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Wir sind jetzt auch in der Krise, aber vielleicht lässt sich das als Chance nutzen. Falls mein Arbeitsvertrag in einem Jahr ausläuft, geh ich einfach mal wieder ganz woanders hin. Selbst wenn ich das hier nie wieder finde, dann vielleicht etwas anderes. Lebenssituationen lassen sich schließlich nicht konservieren.
sallypoppins - 4. Jul, 11:12
Plane mit dem neuen Mitbewohner schon die Farbe der Wände. Bin aufgeregt wie ein Teenager. Aber darf ja niemand wissen. Gestreift.
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Ein Abend mit Freunden. Lange nicht mehr so glücklich gefühlt. So beieinander.
Kein Gefühl mehr in den Händen vom Umklammern des Lenkrads. Trödelnde Letzte und trotzdem kein Gramm traurig.
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Fühl mich so mädchen. Würde alle meine Jungs um nichts in der Welt hergeben wollen.
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Die Welt dreht sich wie beim Tanzen. Nur nicht aufhören.
sallypoppins - 2. Jul, 22:57
Mein Urlaubsbudget sagt noch 27 Tage für dieses Jahr voraus und ab nächstem Monat gibts Kohle. Wahnsinnskombi das.
sallypoppins - 1. Jul, 18:56
Es ist kurz nach 13 Uhr und wir stehen im Stau auf der A9, landkartentechnisch so knapp über München. Zu spät losgekommen. Ein dringendes Meeting, vergessene Reiseutensilien und restalkoholbedingter Heißhunger einiger Reiseteilnehmer ließen uns kurz zuvor noch auf Parkplatzsuche durch die Innenstadt kreiseln um anschließend in einem Fast Food Restaurant ein paar (Mit-)Burger herunterzuwürgen.
Kurz vor Nürnberg der nächste Stau, aber da kennen wir das alles ja schon. Ich habe die Rückbank für mich gepachtet und blättere gelangweilt in einer Ausgabe des "Stern"-Magazins, das ich kurz zuvor mangels Alternativen am Provinzbahnhofskiosk erworben hatte, und frage mich, wann genau die denn die BILD als unerträglichstes regelmäßiges deutsches Presseerzeugnis abgelöst haben.
Pünktlich anzukommen habe ich inzwischen als utopischen Wunschtraum abgeschrieben und kritzele stoisch ein paar Zahlen in das Legasthenikersudoku auf Seite 13, anstatt mich aufzuregen. Wir stauen uns langsam vorbei an Rettungshubschraubern, Feuerwehrleuten, Autoteilen und herrenlosen Schuhen. (Je mehr Zeit man auf Autobahnen zubringt, desto bewusster wird einem die eigene Zerbrechlichkeit.)
Planmäßige Ankunftszeit laut Navigationsgerät 19:02 Uhr. Schon zweiundsechzig Minuten zu spät.
Nach ein paar weiteren ereignislosen Stunden im Auto erreichen wir dann doch noch das gewünschte Ziel, nur um festzustellen, dass Billighotelrezeptionisten keine Emails lesen können und so verbringen wir noch ein paar gefühlte Stunden damit, die Reservierung von einem auf drei Zimmer zu erweitern. Umziehen, kurze kosmetische Sanierungsarbeiten und dann auf ins Taxi. Es sind inzwischen exakt zwei Stunden.
Während der Fahrer scherzt, man solle doch ihm die Schuld in die Schuhe schieben und sich dabei haarsträubend schlechte Geschichten aus den Fingern saugt, die das Lenkrad halten, wäge ich ab, ob wir eigentlich noch "fashionably late" oder schon jenseits von gut und böse sind.
Als wir uns vom Taxi mitten in die Outdoor-Veranstaltung spucken lassen, habe ich seltsamerweise nicht das Gefühl irgendetwas verpasst zu haben. Die Stimmung ist steif wie erwartet und die geschätzten Kollegen haben sich trotz lauer Sommertemperaturen zu Anzug und Krawatte hinreißen lassen, um auch wirklich jedes Klischee zu erfüllen.
Ich trage ein flatterndes ballonförmiges Nachthemd über einer alten Jeans, kombiniert mit ein paar klappernden, glitzernden Accessoires, und hoffe, dass niemandem auffällt, dass kein Teil für sich mehr als 10 Euro wert ist.
Ich kippe zur Begrüßung ein paar Bier hinunter und gebe damit Anlass alte Schauergeschichten über ehemalige Alkoholexzesse aufzuwärmen. "Schläfst du heute wieder vor deiner Haustür, Frau S.?" - "Nein! Quatsch! Das macht sie doch nur im Winter bei mindestens zehn Grad minus." Der Ex-Betreuer reagiert erwartet entrüstet: "Und ich dachte wenigstens SIE würden die Fahne hochhalten!" - "Nein, ich passe mich gern mit Leichtigkeit dem Niveau meiner Umgebung an", muss ich ihn enttäuschen.
Die Zeugnisausgabe gestaltet sich wie erwartet gähnend und ich schüttle ein paar fette, kraftlose Hände und lächle in ein paar zu einem verkrampften Grinsen verzogene Gesichter. Ich bin froh endlich hinauszukommen und erklimme die Treppe hinauf zum Podest, auf dem ich ihn vorhin noch gesehen habe, (jetzt ist er längst weg) und von dem man Ausblick auf den künstlerisch zurechtgestutzten Schlossgarten hat. Es ist ein Abend wie kein anderer, der in seiner Kürze in meiner Erinnerung intensiver verbleibt, als er sich eigentlich anfühlte.
Es ist immer seltsam und ein bisschen schmerzhaft, wenn Dinge zu Ende gehen. Wenn man Menschen zum letzten Mal begegnet... Es ist aber auch immer irgendwie ein bisschen wie neu beginnen.
sallypoppins - 29. Jun, 23:43
Kleintierpraxis Dr. N.: Der Katz in der Kiste ist inzwischen auf die Hälfte seiner eigentlichen Größe zusammengeschrumpft und wartet auf sein vermeintlich letztes Gericht, während ein neugieriger Labrador namens Gina sich wieder und wieder in gefährlich geringe Distanz zur schützenden Kiste begibt - natürlich nur bis der Katz leise aber seeehr bedrohlich beginnt zu knurren. Dann bekommt Gina nämlich Angst und weicht zurück.
Das Wartezimmer ist voller Halbwüchsiger und Zwischenwesen in den Ferien. Ein großer runder Junge in unförmigen Jeans und einem T-Shirt, das schlabbern würde, würde es nicht so spannen über seinem Bauch, steht still in einer Ecke und fühlt sich recht unwohl zwischen all den hübschen Mädchen und den coolen Kerlen. Er ist der einzige ohne quiekendes, fauchendes, jammerndes oder heulendes Haustier. Ein Handy klingelt und plötzlich starren alle auf ihn, als er ein pinkfarbenes Glitzertelefon aus seiner Hosentasche zieht und mit Mädchenstimme beginnt zu reden. Als er rausgeht um besseren Empfang zu haben, fangen die Jugendlichen im Wartezimmer an ungehemmt zu lachen und ich sitze zwischendrin und fühle mich schlecht.
Gott sei Dank hört niemand so genau, wie die Tierärztin ruft "Das nächste Tier, bitte!" als er dran ist, und einsam in den Behandlungsraum wackelt um zu berichten, dass das Zicklein sich immer noch weigert den Bauchraum seiner Mutter zu verlassen.
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"Ich hätte gern ein paar Passbilder." - "Na dann, gleich hinten rechts, bitte." Der Typ mit der Frisur wie eine explodierte Topfpflanze fummelt noch ein bisschen an der Kamera und bittet mich dann um ein Lächeln. "Ich denke man darf nicht mehr lächeln?" - "Doch, doch. Aber lass den Mund zu dabei." Charmant.
Er ziert sich ein bisschen mir zu bestätigen, dass alle Menschen immer und ausnahmslos doof aussehen auf Passbildern, aber vielleicht ist das ja auch nur meine ganz subjektive Wahrnehmung. "8,99 € bitte. Die können Sie dann später auch für Ihre elektronische Gesundheitskarte benutzen." - "Gott bewahre, bevor ich so ein Ding haben muss, wandere ich vorher zum Südpol aus, aber trotzdem danke."
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"Ich bräuchte einen neuen Personalausweis." - "Ihr alter ist ja schon seit zwei Wochen abgelaufen!" - "Furchtbar nicht? Ich fühle mich unendlich schuldig deswegen. Bekomm ich trotzdem einen neuen? Ich habe extra gerade eben die Folter eines Fotografen über mich ergehen lassen, Sie wissen schon, wegen des Passbilds." - "Also eigentlich... müssten Sie jetzt schon ein Verwarngeld zahlen, aber ich drücke mal alle Augen zu, die ich noch habe." - "(Mehr als zwei?!) Das ist aber nett von Ihnen." Ich drücke mich feige vor einem "Ach ihre Tochter ging doch in dieselbe Gymnasialklasse, wie ich damals"-Gepräch, grinse nett und stelle artig ein paar einfache Fragen. "Sie können den dann in drei Wochen abholen." - "Wahsinn, super, so schnell!"
War doch eigentlich gar nicht so schlimm. Ich sollte irgendwann einmal versuchen Behördengänge nicht immer monatelang vor mir herzuschieben.
sallypoppins - 29. Jun, 14:40
Gestern war gut. Ich hatte eine Idee, einen Plan, eine Lösung und die Ausdauer das alles produktiv umzusetzen. Ich habe zu wenige dieser Tage.
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Da steckt ganz viel Liebe in mir drin. Und ich würde sie gern verschenken.
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Heute war weniger gut. Ich hatte keine Idee, keinen Plan, keine Lösung und keine Ausdauer irgendetwas umzusetzen. Ich habe zu viele dieser Tage.
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Ich verstehe Menschen nicht, die gern austeilen, aber nicht einstecken können.
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Ich verstehe auch nicht Menschen, die immer nur einstecken.
sallypoppins - 25. Jun, 17:08
sallypoppins - 24. Jun, 17:20
Die Welt ist nicht nur kalt und nass, sondern auch brachial düster heute.
Tee und eine wärmende Decke.
Ich grabe die Winterklamotten aus und verabschiede mich von der Idee eines Sommers.
sallypoppins - 23. Jun, 19:31