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Samstag, 9. Februar 2008

wortspiele

Indie. Wie du. Elle.

shake it, baby

"Mit den Händen in den Hosentaschen kann man kein Geld verdienen, junge Dame!" Erschrocken reiße ich mir die Ohrstöpsel meines mp3-Players (Nein, es ist kein iPod. Ich bin kein jungdynamischerfolgloser Medienmensch mit einem Hang zu allem, was glänzt und einen Apple-Schriftzug trägt.) aus den Lauschorganen und kläre den guten Mann kurz darüber auf, dass ich das ja momentan auch gar nicht vorhätte. Eher im Gegenteil, ich bin schließlich unterwegs um Geld auszugeben. Den guten Tipp nach dem Frühstück mit den fünf Bier und den drei Kurzen keine Frauen auf der Straße anzusprechen, behalte ich freundlich wie ich bin für mich, schenke ihm noch ein kurzes Lächeln und ziehe weiter, immer der Sonne entgegen.
Deren Anziehungskraft ist heute offenbar so stark, dass meine Durchschnittsschritt- geschwindigkeit locker die eines einundzwanziggängigen Mountainbikes schlägt. Das Gefühl hat zumindest die Dame vor mir, während auf meinem Rückweg von der Sonne mein Schatten auf dem Gehweg mir so atemberaubend schnell voraus eilt, dass sie irritiert bei Seite springt um dem Biker-Rowdie hinter sich freie Bahn zu gewähren. But don't be scared, it's only me!

Welche Art von Psychose hat eigentlich Menschen befallen, die im Supermarkt vor dem Regal stehen und Ananasdosen schütteln? Ich weiß, dass ich das als Kind mit Überraschungseiern praktiziert habe, um zu lauschen, ob da wirklich so ein Tiny Topsy Happy Hippie irgendwas drin ist. Ich dachte immer bei Dosenananas gäbs keine Überraschungen.

good morning

Schon wieder ein sonniger Morgen!

Das Ganze wird immer unheimlicher je länger ich darüber nachdenke. Also lasse ich das.

Ich habe noch nicht beschlossen, wie spät es ist und beginne diesen Tag - wie jeden anderen auch - damit, Wasser für den gleich folgenden Kaffee aufzusetzen. Ich erinnere mich einst gelesen zu haben, der Mensch brauche Rituale - im Alltag, in der Partnerschaft, bei der Arbeit. Nunja, dann ist das mein erstes Ritual für heute und ich zelebriere es mit einem kühlen Luftzug, den ich durchs Fenster herein strömen lasse, um den babyblauen Himmel zu bestaunen und ein paar Sonnenstrahlen meine Nase kitzeln zu lassen.
Sollte es denn wirklich schon der Frühling sein, der da über uns hereinbricht?

Das nächste Ritual: Laptop hochfahren und Winamp starten bevor das Wasser auf dem Herd anfängt zu brodeln. Natürlich, jeder weiß, der Zufallsgenerator nervt, wenn die Musikbibliothek erst einmal auf eine ansprechende Größe angewachsen ist. Allerdings passt es gerade wie die Faust aufs Auge. Sie hören einen gutgelaunten Jens Lekman mit Kanske Är Jag Kär i Dig, gefolgt von swingenden Gutenmorgenjazzklängen aus dem Hause Koop. Kaffee ist fertig!

Noch ein Punkt auf meiner ToDo-Liste für dieses Leben: Eigene Radiosendung. (Da existiert jede Menge ungehörte Musik abseits des breiigen Mainstreams! Leute! Ohren auf!) Aber dafür lass ich mir Zeit bis nach meinem ersten Buch, dem Film dazu und dem eigenen Holzhaus am Sognefjord, denn das ist leider kein Job mit dem man Blumentöpfe gewinnt.

Mir geht die gute alte Mixtape-Tauschbörsen-Zeit so ein bisschen ab. War das nicht genial stundenlang vor dem Rekorder zu sitzen, hin- und herzurechnen und zu spulen, die passenden Tracks auszuwählen, nachdem man ein Topic gefunden hatte und zum Schluss noch das Cover-Artwork zusammenzufummeln? Ich habe damals jedes einzelne Mal vor Aufnahme die Kassette einmal leer durchlaufen lassen um die korrekte Zeit zu stoppen, weil die ja nie mit der angegebenen Länge überein stimmte. Und wenn das Ding dann fertig war, gings ab in die Post um einen Menschen glücklich zu machen, oder nachdenklich, oder neugierig - während man selbst tagelang vor dem Briefkasten hockte und auf seine ganz persönliche Mixtape-Überraschung wartete. I want my tapedeck back! CDs brennen ist irgendwie nicht dasselbe.

Der Badly Drawn Boy singt übrigens gerade Once around the Block und dahin verabschiede auch ich mich. Der Kühlschrank schreit nach Futter und ich muss noch ein bisschen mehr Morgenluft einsaugen.

halfway house - erkenntnisse

Feststellung Nummer 1: Eine Frauenquote von gut 30% muss nicht gepusht werden.

Feststellung Nummer 2: Egal wieviele von diesen Filmen man sieht, man hat immer noch ab und zu das unüberwindbare Gefühl, man müsse die Protagonisten zwischendurch eine gute Runde einfach nur abwatschen, um sie wieder zur Besinnung zu bringen und dämliche unmotivierte Handlungen einzudämmen.

Feststellung Nummer 3: Erwarte nichts, und du bekommst viel mehr als du dachtest. Erwarte zuviel und du kannst nur enttäuscht werden. Bleibe realistisch und du erhälst genau das, was du erwartet hast. (Ich war heute in der Laune für Fall Nummero drei und bin ganz gut damit gefahren.)

Feststellung Nummer 4: Ich mag einäugige Tentakelmonster.

Feststellung Nummer 5: Wenn man Männer doof findet und den Plan verfolgt, die Welt von einäugigen Tentakelmonstern und Frauen beherrschen zu lassen, ist es dann nicht ein wenig kontraproduktiv, dem einäugigen Tentakelmonster ausschließlich Frauen zum Fraß vorzuwerfen? Ich meine nur mal so ganz grundsätzlich. Natürlich sieht eine sich am Boden windende weibliche Gestalt um Einiges attraktiver aus (was noch verstärkt wird durch die Tatsache, dass man ihr vorher die Kleider vom Leib reißt), aber trotzdem! Manchmal brauche ich einfach nur so ein kleines bisschen Logik!

Feststellung Nummer 6: Blonde Seargants, die sich wegen einer Frau von einer riesigen Machete durchbohren lassen, und dann trotzdem noch einmal aufstehen, um das ihnen aus dem Bauch ragende scharfe Stück Klinge dem fiesen Hausmeister in die Brust zu jagen und somit die Heldin des Films zu retten, sehen dabei in keinem Fall besonders gut aus. Doch allein aus Gründen der Ästhetik, die in einer vorangegangenen Sexszene aufs Gröbste verletzt wurden, gönne ich dem Doofie den miesen Abgang.

Feststellung Nummer 7: Ich. Hasse. Synchronisationen. Spätestens seitdem mich die Hindi-Synchro von diesem Telugu-Horror-Trash (Namentlich Anji bzw. Diler und denkt jetzt bloß nicht, ich würde nur so Zeugs schauen!) so genervt hat, halte ich mich deswegen fast schon selbst für ein bisschen seltsam, denn schließlich verstehe ich weder das eine noch das andere besonders gut.
Allerdings gings im Falle Halfway House besonders um den sprachlichen Witz, der durch die miesen Übersetzungen absolut flöten ging. Da hätte ich mir dann doch gewünscht, der Filmvorführer wäre im DVD-Menü eine Option tiefer gerutscht.
Apropos DVD: Mal so ganz grundsätzlich, wie sieht das Ganze eigentlich lizenzrechtlich aus, wenn DVDs im Kino gezeigt werden? Ich bin mir fast sicher, dass das eine normale Kopie für den Hausgebrauch war, die man, wenn auch nicht im Laden, zumindest bei einschlägigen Online-Handelshäusern ordern kann. Ich gehe auch davon aus, dass da nichts passiert, solang sich keiner beschwert, aber was wäre denn wenn? Ich weiß, der Mensch, der den DVD-Player bedient, sollte schon wissen, was er da tut, aber ich erinnere mit Schrecken ein gewisses Film-Festival vor knapp zwei Jahren, bei dem wir die Festival-Leitung darauf aufmerksam machen mussten, dass sie da gerade eben eine eindeutig identifizierbare Raubkopie gezeigt hatte und die spontan aus allen Wolken fiel.

Feststellung Nummer 8: Einäugige Tentakelmonster sind ganz furchtbar großartig, aber das erwähnte ich wohl bereits.

Feststellung Nummer 9: Derjenige welche, der zu Verbrechen dieses filmische Wunderwerk bereit war, muss wohl eine riesige Hentai-Sammlung besitzen.

Feststellung Nummer 10: Verstecke keine Gummiepuppen im Schrank, habe keinen Sex mit Hohlköpfen, vertraue nie einer durchgeknallten Nonne und tu auch sonst nichts, wovon deine Eltern immer wussten, dass es nicht gut für dich wäre.

altes

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