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Sonntag, 10. Februar 2008

und dann?

Menschen lieben Listen, Statistiken, Pläne, Strategien. Alles, was ihnen das Gefühl gibt, sie könnten das Leben bestimmen, Zeit festhalten, die Welt in ein paar Stichpunkten beschreiben.
Wo stehe ich, wo gehe ich hin, was will ich noch erreichen? Wie war gestern, was ist heute, wo wird morgen sein?

Bei meinen Streifzügen durch die Blogosphäre begegneten mir in den letzten Tagen vermehrt Was-ich-unbedingt-noch-tun-muss-bevor-ich-abnippele-Listen. Ich stelle mir gerade die Frage, was ich denn unbedingt noch tun muss bevor ich abnippele und komme zu dem Schluss, dass ich zu keinem befriedigenden Schluss komme.

Ich will unbedingt noch den Teil der Welt erfahren, den ich bis jetzt noch nicht persönlich kenne. Das ist ein verdammt großer Teil, und die Zeit wird dafür nicht reichen.

Ich hätte gern ein Ticket in die Vergangenheit um ein paar Dinge zurecht zu rücken und richtiger zu machen. Wichtige Dinge. Wirklich wichtige Dinge. Dinge um Leben und Tod.

Ich würde gern noch ein paar Sprachen lernen, vorrangig Norwegisch. (nehm ich mir ja erst seit ungefähr zehn Jahren vor)

Ich hätte außerdem gern einen einzigen Blick in die Zukunft. Ich will nicht wissen, wie sie aussieht, was passieren wird, wo ich lande - ich will nur wissen, wann ich sterbe.

Ich will nie den Mut verlieren, zu sagen was ich denke und in den richtigen Situationen auf meinen Bauch zu hören.

Sieht aus, als ob die Chancen diese Liste komplett abzuhaken eher schlecht stehen.

ich höre gerade

Alan Parsons Project - I wouldn't want to be like you



... und es passt so perfekt.
Sobald man das Gefühl hat, man kennt einen Menschen, passiert etwas, das einem das Gegenteil beweißt.

it's a sunny afternoon

Man mag es nicht glauben, die Welt ertrinkt im Sonnenschein!
Beweise:


gekritzel

Bin gerade beim Aufräumen über ein paar alte Skizzen gestolpert.
Vielleicht sollte ich doch wieder anfangen zu zeichnen?
Ich war damals in der Schule oft kurz vorm Verzweifeln, weil meine Bäume nie aussahen wie richtige Bäume bis ich irgendwann darauf kam, dass Gesichter, Körper und alles sich Bewegende imho viel interessanter sind. Und warum man im Zeichenunterricht in dunkle Kellerräume eingesperrt werden muss, ist mir auch immer noch nicht klar. - Nein, wir hatten keine Aktmodelle, die wir stundenlang anstarren durften.

wenn's mal wieder länger dauert...

Das Rauchverbot scheint in Paderborner Kneipen offiziell noch nicht angekommen. Hätte mich eigentlich wenig gestört, gabs ja früher auch nicht. Dummerweise ist das immer so eine Sache, wenn man mit einer ganz bestimmten Einstellung losgeht, in diesem Fall mit der Erwartung, beim Nachhausekommen nicht zu stinken wie ein drei Tage alter Aschenbecher. War wohl nix. Dann ist morgen wieder Klamotten waschen angesagt. Und trotzdem ist es immer eine Freude, die Jungs beim Dart abzuziehen - um dafür später am Billardtisch gnadenlos zu versagen.
Die faszinierende Tatsache, dass ich immer in eben den Situationen treffe, in denen ich keinen Plan habe, wohingegen ausgeklügelte Strategien grundsätzlich in die Hose gehen, spricht einmal mehr für mein eher spontanes Wesen und meine Theorie, dass mir die besten Dinge im Leben halt einfach passieren.
Die Beschallung ist an diesem Abend gelinde gesagt leicht daneben: Der supergeile 80er/90er-Jahre-Charts-Mix, der ganz OK beginnt (Kraftwerk), zwischendrin leichte Übelkeit auslöst (Matthias Reim) und am Ende schockiert (Hört irgendjemand auf dieser Welt freiwillig in der Öffentlichkeit noch "Macarena"? Schreibt man das überhaupt so?). Da fällt mir spontan der Name einer ziemlich angesagten "Dance Punk Band" ein: You say party! We say die! - Track elf auf der aktuellen Platte: Dancefloor Destroyer.
Noch Fragen?

And now for something completely different:
Ein Boney M. Song irgendwo zwischen Cola und Bier brachte mir kurzzeitig eine kuriose Begebenheit in den Sinn. Ich glaube, es war um Weihnachten herum, die Zeit in der man ab und zu bei den Eltern auf der Couch herumlungert und sich vom Fernsehgerät berieseln lässt, weil man den Braten der Festtage noch nicht ganz verdaut hat. Es begab sich, dass ich eines Abends zappend über eine Bergsteiger-Doku stolperte. Drei Briten, die unglaubliche Erlebnisse von einem ziemlich hohen Stück Felsen im Himalaya berichteten. Ich gebe zu, ich habe vergessen, welcher, aber das tut hier auch nichts zur Sache. Einer von ihnen landete versehentlich in einer verdammt tiefen Gletscherspalte. Die anderen beiden konnten ihm nicht helfen und vermuteten, er sei bei dem Unglück umgekommen. So zogen sie weiter bergab, um ihre eigenen Leben vor einem zu dieser Zeit wütenden Unwetter zu retten. Der Kamerad allerdings litt zwar unter schweren Verletzungen, war aber mitnichten tot, und so zog er sich mithilfe unvorstellbarer Kraft- und Willensreserven, sowie einiger gebrochener Gliedmaßen aus dem eisigen Gefängnis. Da seine Freunde jedoch schon ohne ihn weiter bergab gestiegen waren, begann für ihn der eigentlich viel schwerere Weg aus der Schneehölle: am Ende seiner Kräfte, halb erfroren, allein auf dem Gletscher. Tja, und genau in dieser Situation, erinnerte er sich in seinen Erzählungen, sei ihm ein Boney M-Song in den Sinn gekommen. Es war ein Ohrwurm ohne Gleichen, er bekam ihn nicht mehr aus dem Kopf, er musste ständig an diese eine Melodie denken. Wahrscheinlich trieb ihn allein der Gedanke, man könne nicht mit einem Boney M-Song im Kopf sterben, den Berg hinab und ins Lager seiner Kameraden. Die hirninterne zugegebenermaßen triviale Musikauswahl in diesem Falle war ihm später ein klein wenig peinlich, aber vielleicht war es gerade dieser Song, der ihm das Leben rettete.
Deswegen, jetz in Gedenken: Boney M mit Sunny. (Tatsächlich der einzige Boney M-Track auf meinem Rechner. Schande über mich.)

Übrigens: Der DSL-Anschluss-Termin bei meinen Lieblingsnachbarn ist für kommenden Donnerstag angesetzt. Da Telekommunikationsunternehmen davon ausgehen, man hätte den ganzen Tag nichts zu tun, außer auf ihre Techniker zu warten, sollen wir uns zwischen 8 Uhr morgens und 16 Uhr nachmittags bereit halten. Fantastisch. Allerdings wären wir nicht wir,
wenn wir nicht einen Plan hätten. So stay tuned.
Bis dahin werde ich ein paar wissenschaftliche Untersuchungen bezüglich WLAN-Interferenzen anstellen. Anfangs hatte ich eine Mikrowelle der "Untermieter" im Verdacht. Inzwischen tendiere ich eher zu einem Funktelefon ö.ä. Ich kenne niemanden, der seine Mikrowelle zwei Stunden lang am Stück betreibt, so dass hier datenpakettechnisch gar nix mehr ankommt. Hmpf.

that's the way...

... the Cookies crumble oder Tücken der Technik:
Gerade eben erst darauf gestoßen (worden), warum ich seit gestern nacht weder Beiträge noch Kommentare hier absetzen konnte.
Da jetzt wieder alles im Lot scheint, hab ich dann wohl ein bisschen was aufzuholen. :-)

Jag går fika, kommer du med?

Danke, für's aufklären.
Anmeldung für einen Schwedisch-Kurs an der örtlichen VHS ist raus.

[via Wortschnittchen]

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