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Freitag, 7. März 2008

home sweet home

... und dann kommst du heim, ins Haus deiner Eltern - die, die seit zwei Wochen auf anderen Kontinenten weilen - und während du die Bierflaschen einsammelst, den Geschirrspüler füllst und anfängst zu putzen, fällt dir ein, warum kleine Brüder ihr Leben (immer noch?) nicht auf die Reihe kriegen.

Du ignorierst den obligatorischen "Ruft an, wenn ihr zu Hause seid!"-Zettel von Großmüttern, die dir mit der bloßen Androhung eines Gesprächs schon ein schlechtes Gewissen machen, wegen Dingen, von denen du noch nicht weißt, dass du sie verbrochen hast.

Dann befreist du den Kühlschrank von verfallenen Lebensmitteln während dir Flo im Geiste ins Ohr brüllt "Du Mama!" und du plötzlich zurückschreckst.

Verdammt, er hat Recht.

lürick

Wenn Reime so hinken,
dass sie fast stinken,
dann gib sie auf,
und lass der Welt ihren Lauf.

yearning

Wir waten durch die See der süßen Sehnsucht.
Zügel- und zeitlos wie das Meer ergeben wir uns der Endlosigkeit.
Kein Wort, kein Bild vermag zu sagen, was wir fühlen.
Kein Himmel weit genug um uns zu fangen.
Und so fallen wir.
Ins Weltall.
Ins Nichts.

zugiges

Sehnsüchtig erwartet sie - blond, Lehramtsstudentin, Anfang zwanzig - ihn - blond, schulterlange Haare, Sportstudent - am Bahnsteig. Fällt ihm um den Hals, küsst ihn auf den Mund.
"Für dich! Ein Blümchen!" Sie überreicht im eine gelbe Tulpe.
Er nennt sie knuffig und so wanken sie händchenhaltend die Treppe hinunter.

Finde nur ich diese Szene abstrus? Bin ich schon so verbittert?

träumer

Träumer zu sein in dieser Welt ist nicht einfach,
doch suchst du dir so etwas nicht aus.

Träumer zu sein mit einem Hang zum Realismus ist ungleich schwieriger - nein, ein Graus.

Zu oft verlierst du das Bild, von dem was du wirklich bist,
nicht selten, weil dich die Zerrissenheit zerfrisst.

es gibt so tage

... da bist du die Frau mit dem Fleck auf der Bluse. Die, die den Kaffee verschüttet, an jeder Stufe stolpert. Die Frau mit der getrockneten Salatsauce im Mundwinkel - zwei Stunden nach dem Essen. Die, die immer das Falsche antwortet, nie das Richtige...

Und du hasst diese Tage mehr als alles andere, denn sie befördern dich zurück in eine Zeit voller Selbstzweifel und mangelndem Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Diese Zeit, die du am liebsten verdrängen würdest. So überflüssig wie ein Blindarm, so ungeliebt wie ein Pickel.

Und es sind exakt diese Tage, an denen du der Welt, dem Universum und allem anderen so unendlich dankbar bist, dass so ein Tag doch nur 24 Stunden hat.

altes

März 2008
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