Trete aus der Balkontür. Stolpere. Das Schneidebrett fällt mir aus den Händen. Sonnenreife, rote Tomaten kullern über den Holzboden. Das frisch geschärfte Küchenmesser rammt sich in die weiche Haut unterhalb meiner Rippen. Rote Suppe aus der klaffenden Wunde färbt die Klinge in meiner Hand, tropft herab, gesellt sich zu den Tomaten am Boden. Farbspiel im Sonnenlicht. Ich falle. Mein Blick schweift zur Straße und dein Wagen rollt vorbei. Ich verblute mit deinem mondänen Hinterkopf im Auge.
Ein Unternehmen ist wie ein winzig kleines Dorf, in dem viel zuviel getratscht wird. Ein Unternehmen in einem winzig kleinen Dorf, in dem viel zuviel getratscht wird, ist noch viel schlimmer.
Stani: "Aber sag nicht, dass ich dir gesagt habe! Herr N. wird dir auch sagen zu gegebener Zeit!"
Ich: "Klar, Stani, ich weiß von nichts. Meine Lippen sind versiegelt, ich schweige wie ein Grab." (Und ich sage dir auch nicht, dass es die Spatzen schon von den Dächern pfeifen. Genauer gesagt aus dem Obergeschoss.)
Der Polenanteil in meinem Büro wird sinken. Drastisch. Ich bin ein bisschen traurig und frage mich, wie ich mir denn jetzt am besten die Zeit vertreibe. Ohne seine Flohmarktgeschichten, die Fragen zur deutschen Grammatik, Erzählungen über Koffein und Schwiegermütter und die endlosen Telefonate in einer mir unverständlichen Sprache.
Ich komm dich besuchen, Stani! Ganz sicher! Kein Weg ist mir zu weit! (Solang ich keine Treppen steigen muss...)