ring ring! - hello?!
Datenbanken sind Wunder der Technik. Die Datenbanken der Telekom sind ein Mysterium. Man muss dazu sagen, ich habe damals beim Einzug meinen Telefonanschluss vom Vormieter übernommen - nicht unbedingt üblich, aber durchaus legitim und sinnvoll, um keine hässliche Anschlussgebühr zahlen zu müssen. Da gabs auch keine Probleme: Ich bekam jeden Monat die Rechnung an meine neue Adresse auf meinen Namen und zahlte diese jedesmal pünktlich.
Als ich ein paar Monate nach dem Einzug zum ersten Mal einen freundlichen Anruf einer Kundenberaterin der Telekom erhielt, ob denn der Herr X. anwesend sei, und ob man ihm nicht ein Angebot unterbreiten dürfe, gab ich zum ersten Mal zu verstehen, dass der Herr X. unter dieser Nummer nicht mehr erreichbar wäre und ich jetzt die Besitzerin des Anschlusses wäre, und wenn man jemandem etwas aufschwatzen wolle, dann doch bitte mir, aber eigentlich bitte doch nicht, denn ich wäre ganz zufrieden, so wie es wäre. Man entschuldigte sich fünfmal, legte auf und versprach die veralteten Daten zu aktualisieren.
Als ein paar Monate später der nächste Anruf mit ungefähr demselben Inhalt und Ablauf folgte ("Nein, der Herr X. wohnt hier schon länger nicht mehr."), hielt ich das immer noch für schrullig sympathische Verplantheit des magentafarbenen Riesen.
Drei Jahre und gefühlte zehn solcher Anrufe später war es dann heute mal wieder soweit und ich fragte die nette Dame am Telefon erneut,ob sie denn alle ein bisschen doof wären wie oft ich ihnen denn noch erzählen dürfte, dass der Herr X. hier nicht mehr wohnen würde. Da lachte sie, beteuerte, das wäre garantiert das letzte Mal und fragte zum ersten Mal nach meinem Geburtsdatum. Das gab ich ihr natürlich verhandlungsbereit durch, nur um sie erneut lachen zu hören. Auf meine Frage, warum sie denn über mein Geburtstdatum lache, meinte sie, ich wäre ja noch ganz zart und blutjung, kicherte ein bisschen doof und ließ mich etwas irritiert zurück. Nicht mehr ganz so belustigt nahm sie zur Kenntnis, dass ich keine weiteren Verkaufsgespräche dieser Art mehr führen wollte und auch ihre 120-Euro-Gutschrift mich nicht überzeugen konnte.
Nachdem wir noch ein paar reservierte Schönes-Wochenende-Floskeln in die Hörer gezwitschert hatten, legte ich auf und war mir sicher, dass dies tatsächlich der letzte Anruf dieser Art gewesen war.
Andere Mütter haben nämlich auch schöne Söhne. Und Telefontarife.
Als ich ein paar Monate nach dem Einzug zum ersten Mal einen freundlichen Anruf einer Kundenberaterin der Telekom erhielt, ob denn der Herr X. anwesend sei, und ob man ihm nicht ein Angebot unterbreiten dürfe, gab ich zum ersten Mal zu verstehen, dass der Herr X. unter dieser Nummer nicht mehr erreichbar wäre und ich jetzt die Besitzerin des Anschlusses wäre, und wenn man jemandem etwas aufschwatzen wolle, dann doch bitte mir, aber eigentlich bitte doch nicht, denn ich wäre ganz zufrieden, so wie es wäre. Man entschuldigte sich fünfmal, legte auf und versprach die veralteten Daten zu aktualisieren.
Als ein paar Monate später der nächste Anruf mit ungefähr demselben Inhalt und Ablauf folgte ("Nein, der Herr X. wohnt hier schon länger nicht mehr."), hielt ich das immer noch für schrullig sympathische Verplantheit des magentafarbenen Riesen.
Drei Jahre und gefühlte zehn solcher Anrufe später war es dann heute mal wieder soweit und ich fragte die nette Dame am Telefon erneut,
Nachdem wir noch ein paar reservierte Schönes-Wochenende-Floskeln in die Hörer gezwitschert hatten, legte ich auf und war mir sicher, dass dies tatsächlich der letzte Anruf dieser Art gewesen war.
Andere Mütter haben nämlich auch schöne Söhne. Und Telefontarife.
sallypoppins - 10. Jul, 19:24
