der unfehlbare gorilla
Bis ins Tal hört man ihn brüllen. Er ist einer der Ältesten des Stammes - nein, der Älteste sogar.
Er blickt hinab auf den Rest der Sippe. Keiner kann ihm gleich kommen; keiner ist so weise, so erfahren, so redegewandt. Sein Revier ist der Dschungel und so hangelt er sich von Tag zu Tag. Nur allzu gern würde er ausbrechen, denn er weiß, er ist zu Höherem bestimmt. Tief im Inneren verachtet er sie, sie, die Woche um Woche mit ihm ums Überleben kämpfen. Widerwillig vereint er sich mit ihnen, um Wege durch den Wald zu bahnen - ist er doch ein Einzelkämpfer.
Nur Anerkennung braucht er wie die Luft zum Atmen. Bleibt sein Ego ungenährt, schlägt sich das nieder auf den eigentlich so stark gebauten Körper. Sein Geist ist wach, seine Muskeln gespannt, doch seine Seele ist so verletzlich, wie eine Seele nur sein kann.
Sie ertragen ihn, weil sie es müssen. Sie rotten sich zusammen in kleinen Grüppchen und schmieden Pläne um ihn loszuwerden. Sie verachten ihn. Dieser alte Dummschwätzer! Wieso geht er nicht aufrecht und zieht zu den Menschen? Wieso geht er nicht endlich, wenn er sich denn zu Höherem berufen fühlt? Warum müssen sie weiter hinnehmen, dass er neben ihnen auf seinem Thron hockt und sich aufführt wie ihr Häuptling? Kämen sie doch ohne ihn viel müheloser zurecht!
Er wartet. Er kann das aussitzen. Eines Tages werden sie erkennen, was in ihm steckt. Eines Tages werden sie wirklich zu ihm aufschauen. Sie werden ihm an den Fußsohlen kleben, an den Rockschößen hängen und ihn anflehen. Eines Tages...
Doch Stunde um Stunde wird es schwerer. Nun, da selbst die Pantherin ihn enttäuscht. Unzuverlässig nannte sie ihn. Unzuverlässig! Ihn! Ihn! Nie wird er ihr dies verzeihen. Nie!
Sie kennt ihn nicht. Niemand kennt ihn! Niemand!
Und sie kennt ihn doch. Leise schleicht sie auf Samtpfoten durchs Geschehen und beobachtet, was sonst keiner sieht - er am Wenigsten: die unendliche Einsamkeit, die ihn umgibt.
Er blickt hinab auf den Rest der Sippe. Keiner kann ihm gleich kommen; keiner ist so weise, so erfahren, so redegewandt. Sein Revier ist der Dschungel und so hangelt er sich von Tag zu Tag. Nur allzu gern würde er ausbrechen, denn er weiß, er ist zu Höherem bestimmt. Tief im Inneren verachtet er sie, sie, die Woche um Woche mit ihm ums Überleben kämpfen. Widerwillig vereint er sich mit ihnen, um Wege durch den Wald zu bahnen - ist er doch ein Einzelkämpfer.
Nur Anerkennung braucht er wie die Luft zum Atmen. Bleibt sein Ego ungenährt, schlägt sich das nieder auf den eigentlich so stark gebauten Körper. Sein Geist ist wach, seine Muskeln gespannt, doch seine Seele ist so verletzlich, wie eine Seele nur sein kann.
Sie ertragen ihn, weil sie es müssen. Sie rotten sich zusammen in kleinen Grüppchen und schmieden Pläne um ihn loszuwerden. Sie verachten ihn. Dieser alte Dummschwätzer! Wieso geht er nicht aufrecht und zieht zu den Menschen? Wieso geht er nicht endlich, wenn er sich denn zu Höherem berufen fühlt? Warum müssen sie weiter hinnehmen, dass er neben ihnen auf seinem Thron hockt und sich aufführt wie ihr Häuptling? Kämen sie doch ohne ihn viel müheloser zurecht!
Er wartet. Er kann das aussitzen. Eines Tages werden sie erkennen, was in ihm steckt. Eines Tages werden sie wirklich zu ihm aufschauen. Sie werden ihm an den Fußsohlen kleben, an den Rockschößen hängen und ihn anflehen. Eines Tages...
Doch Stunde um Stunde wird es schwerer. Nun, da selbst die Pantherin ihn enttäuscht. Unzuverlässig nannte sie ihn. Unzuverlässig! Ihn! Ihn! Nie wird er ihr dies verzeihen. Nie!
Sie kennt ihn nicht. Niemand kennt ihn! Niemand!
Und sie kennt ihn doch. Leise schleicht sie auf Samtpfoten durchs Geschehen und beobachtet, was sonst keiner sieht - er am Wenigsten: die unendliche Einsamkeit, die ihn umgibt.
WG121 - 13. Feb, 18:54
