alte ängste
Ich glaube ja ganz fest daran, dass der Grundstein für meine Antipathie gegenüber Telefonapparaten schon in frühester Kindheit gelegt wurde. Ich kann damit einfach nichts anfangen. Ich liebe es Briefe zu schreiben, oder auch nur kurze Nachrichten, stundenlange Konversationen zu führen, von Angesicht zu Angesicht. Aber Telefone? Blecherne Klänge fremder Stimmen durch die Leitung gehört, losgelöst von Körpern, jeder Mimik und Gestik entbehrend. Alle Verantwortung lastet auf meinem Schwächsten, meinem Verletzlichsten - meiner Stimme, so leise, so zerbrechlich manchmal, so unsicher, versagend in den entscheidenden Augenblicken.
Ich hatte als Kind einen dieser wiederkehrenden Albträume: kleines Mädchen in dunklen Gassen, dunklen Wäldern, allein und verlassen, wird überrascht, wird bedroht, beraubt, versucht zu schreien und die Stimme versagt, keinen Ton lässt sie entweichen, hilflos, stumm vor sich hinschreiend - wehrlos.
Ich erinnere mich an Sendungen im Radio, in denen Hörer anriefen und ihre Stimmen klangen wie metallenes Rauschen aus einer im Weltall treibenden Telefonzelle.
Befremdlich.
Ich habe heute telefoniert. Ganz viel. Ganz lang. Mit ganz vielen Menschen.
Und es war gar nicht schlimm.
Ich glaube irgendwie wird alles leichter, wenn man endlich weiß, was man sagen will, weil man erkannt hat, was man kann. Weil man endlich weiß, wohin man will.
Vielleicht fängt man auch einfach nur irgendwann an erwachsen zu werden.
Ich hatte als Kind einen dieser wiederkehrenden Albträume: kleines Mädchen in dunklen Gassen, dunklen Wäldern, allein und verlassen, wird überrascht, wird bedroht, beraubt, versucht zu schreien und die Stimme versagt, keinen Ton lässt sie entweichen, hilflos, stumm vor sich hinschreiend - wehrlos.
Ich erinnere mich an Sendungen im Radio, in denen Hörer anriefen und ihre Stimmen klangen wie metallenes Rauschen aus einer im Weltall treibenden Telefonzelle.
Befremdlich.
Ich habe heute telefoniert. Ganz viel. Ganz lang. Mit ganz vielen Menschen.
Und es war gar nicht schlimm.
Ich glaube irgendwie wird alles leichter, wenn man endlich weiß, was man sagen will, weil man erkannt hat, was man kann. Weil man endlich weiß, wohin man will.
Vielleicht fängt man auch einfach nur irgendwann an erwachsen zu werden.
WG121 - 14. Mai, 19:08
