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allein

"Den Code verloren, wo soll ich hin,
mit all den Farben, die ich bin?"

(Quarks - Allein)

Ich sehe dich an, Jo, und weiß überhaupt nicht, wen ich da eigentlich sehe. Und dann sehe ich ihn an und weiß genau wen ich sehe. Den Schatten, den Verfolger. Und ich will nur noch laufen, ganz weit fort, immer ganz weit fort, von dir und ihm und allem. Ich will Gedanken amputieren, Erinnerungen auslöschen.
Es ist wie die Sache mit dem Murmeltier. Du denkst dir morgen wird alles anders, so anders, ganz anders. Morgen, ja morgen wird sich endlich die Welt verändern. Der Schmerz wird weniger werden und die Übelkeit, der Widerwillen und diese ganze verfickte Scheiße. Verzeihung. Fluchen befreit. Und dann fällt dir auf, dass jeder Tag ist wie der andere, dass sich einfach nichts ändert, wenn du selbst nichts änderst. Und es festigt sich der Wunsch, der Wunsch nach der Ferne, der Wunsch einfach zu gehen. Fünf Monate noch. Kurze fünf Monate. Lange fünf Monate.
Ich wäre ja blöd zu verzichten, würden sie sagen. Die Übernahmegarantie, das gute Geld, die sichere Zukunft. Ganz von vorne anfangen in einer fremden Stadt, komplett allein. Allein. Allein. Immer allein...

Diagnose: chronische Verliebtheit in Unmöglichkeiten.
Therapiemöglichkeiten: derzeit keine.

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