pdb

Donnerstag, 10. April 2008

getting ready to leave

Ich weiß gar nicht, was ich machen würde, wenn ich nicht einmal im Vierteljahr eine Wohnung räumen müsste, um in die nächste zu ziehen - die perfekte Möglichkeit zu entrümpeln und wegzuwerfen, was man nicht mehr braucht.
Nächsten Freitag sieht die Stadt mit P mich wieder einmal für längere Zeit von hinten und ich beginne jetzt schon alles zu entsorgen, was nicht niet- und nagelfest scheint.
Großartiges Gefühl irgendwie. So befreiend. - Macht Dinge, die einem wichtig scheinen noch ein bisschen wichtiger und lässt einen sich leichter von Unwichtigem trennen.

Und, Premiere: Das wird das erste Mal, dass ich etwas von hier vermissen werde...

Mittwoch, 26. März 2008

snowwhite

Man mag es nicht glauben, der Blick vom Balkon heute morgen:


Donnerstag, 14. Februar 2008

drei himmlische buchstaben

D S L

Und nochmal: D S L

Tolkien meinte cellar door wäre die eine schönste Wortkombination der englischen Sprache.
Dabei klingt Digital Subscriber Line effektiv viel cooler.

Bleibt eine Frage: Muss ich jetzt wieder umziehen? Ich hatte mich doch so daran gewöhnt, vom Summen des Kühlschranks in den Schlaf gewogen zu werden.

Dienstag, 12. Februar 2008

wohnküche II

Nach der alldienstäglichen Gruppenkoch-Orgie, inklusive hochtrabend innenpolitischer Diskussionen, und der darauffolgenden Chaosbeseitigung (die Jungs hab ich gleich mit entsorgt) endlich ein kurzer Schnappschuss meiner aktuellen Wohnsituation.
Ich finds gemütlich... irgendwie.

Sonntag, 10. Februar 2008

it's a sunny afternoon

Man mag es nicht glauben, die Welt ertrinkt im Sonnenschein!
Beweise:


wenn's mal wieder länger dauert...

Das Rauchverbot scheint in Paderborner Kneipen offiziell noch nicht angekommen. Hätte mich eigentlich wenig gestört, gabs ja früher auch nicht. Dummerweise ist das immer so eine Sache, wenn man mit einer ganz bestimmten Einstellung losgeht, in diesem Fall mit der Erwartung, beim Nachhausekommen nicht zu stinken wie ein drei Tage alter Aschenbecher. War wohl nix. Dann ist morgen wieder Klamotten waschen angesagt. Und trotzdem ist es immer eine Freude, die Jungs beim Dart abzuziehen - um dafür später am Billardtisch gnadenlos zu versagen.
Die faszinierende Tatsache, dass ich immer in eben den Situationen treffe, in denen ich keinen Plan habe, wohingegen ausgeklügelte Strategien grundsätzlich in die Hose gehen, spricht einmal mehr für mein eher spontanes Wesen und meine Theorie, dass mir die besten Dinge im Leben halt einfach passieren.
Die Beschallung ist an diesem Abend gelinde gesagt leicht daneben: Der supergeile 80er/90er-Jahre-Charts-Mix, der ganz OK beginnt (Kraftwerk), zwischendrin leichte Übelkeit auslöst (Matthias Reim) und am Ende schockiert (Hört irgendjemand auf dieser Welt freiwillig in der Öffentlichkeit noch "Macarena"? Schreibt man das überhaupt so?). Da fällt mir spontan der Name einer ziemlich angesagten "Dance Punk Band" ein: You say party! We say die! - Track elf auf der aktuellen Platte: Dancefloor Destroyer.
Noch Fragen?

And now for something completely different:
Ein Boney M. Song irgendwo zwischen Cola und Bier brachte mir kurzzeitig eine kuriose Begebenheit in den Sinn. Ich glaube, es war um Weihnachten herum, die Zeit in der man ab und zu bei den Eltern auf der Couch herumlungert und sich vom Fernsehgerät berieseln lässt, weil man den Braten der Festtage noch nicht ganz verdaut hat. Es begab sich, dass ich eines Abends zappend über eine Bergsteiger-Doku stolperte. Drei Briten, die unglaubliche Erlebnisse von einem ziemlich hohen Stück Felsen im Himalaya berichteten. Ich gebe zu, ich habe vergessen, welcher, aber das tut hier auch nichts zur Sache. Einer von ihnen landete versehentlich in einer verdammt tiefen Gletscherspalte. Die anderen beiden konnten ihm nicht helfen und vermuteten, er sei bei dem Unglück umgekommen. So zogen sie weiter bergab, um ihre eigenen Leben vor einem zu dieser Zeit wütenden Unwetter zu retten. Der Kamerad allerdings litt zwar unter schweren Verletzungen, war aber mitnichten tot, und so zog er sich mithilfe unvorstellbarer Kraft- und Willensreserven, sowie einiger gebrochener Gliedmaßen aus dem eisigen Gefängnis. Da seine Freunde jedoch schon ohne ihn weiter bergab gestiegen waren, begann für ihn der eigentlich viel schwerere Weg aus der Schneehölle: am Ende seiner Kräfte, halb erfroren, allein auf dem Gletscher. Tja, und genau in dieser Situation, erinnerte er sich in seinen Erzählungen, sei ihm ein Boney M-Song in den Sinn gekommen. Es war ein Ohrwurm ohne Gleichen, er bekam ihn nicht mehr aus dem Kopf, er musste ständig an diese eine Melodie denken. Wahrscheinlich trieb ihn allein der Gedanke, man könne nicht mit einem Boney M-Song im Kopf sterben, den Berg hinab und ins Lager seiner Kameraden. Die hirninterne zugegebenermaßen triviale Musikauswahl in diesem Falle war ihm später ein klein wenig peinlich, aber vielleicht war es gerade dieser Song, der ihm das Leben rettete.
Deswegen, jetz in Gedenken: Boney M mit Sunny. (Tatsächlich der einzige Boney M-Track auf meinem Rechner. Schande über mich.)

Übrigens: Der DSL-Anschluss-Termin bei meinen Lieblingsnachbarn ist für kommenden Donnerstag angesetzt. Da Telekommunikationsunternehmen davon ausgehen, man hätte den ganzen Tag nichts zu tun, außer auf ihre Techniker zu warten, sollen wir uns zwischen 8 Uhr morgens und 16 Uhr nachmittags bereit halten. Fantastisch. Allerdings wären wir nicht wir,
wenn wir nicht einen Plan hätten. So stay tuned.
Bis dahin werde ich ein paar wissenschaftliche Untersuchungen bezüglich WLAN-Interferenzen anstellen. Anfangs hatte ich eine Mikrowelle der "Untermieter" im Verdacht. Inzwischen tendiere ich eher zu einem Funktelefon ö.ä. Ich kenne niemanden, der seine Mikrowelle zwei Stunden lang am Stück betreibt, so dass hier datenpakettechnisch gar nix mehr ankommt. Hmpf.

Samstag, 9. Februar 2008

shake it, baby

"Mit den Händen in den Hosentaschen kann man kein Geld verdienen, junge Dame!" Erschrocken reiße ich mir die Ohrstöpsel meines mp3-Players (Nein, es ist kein iPod. Ich bin kein jungdynamischerfolgloser Medienmensch mit einem Hang zu allem, was glänzt und einen Apple-Schriftzug trägt.) aus den Lauschorganen und kläre den guten Mann kurz darüber auf, dass ich das ja momentan auch gar nicht vorhätte. Eher im Gegenteil, ich bin schließlich unterwegs um Geld auszugeben. Den guten Tipp nach dem Frühstück mit den fünf Bier und den drei Kurzen keine Frauen auf der Straße anzusprechen, behalte ich freundlich wie ich bin für mich, schenke ihm noch ein kurzes Lächeln und ziehe weiter, immer der Sonne entgegen.
Deren Anziehungskraft ist heute offenbar so stark, dass meine Durchschnittsschritt- geschwindigkeit locker die eines einundzwanziggängigen Mountainbikes schlägt. Das Gefühl hat zumindest die Dame vor mir, während auf meinem Rückweg von der Sonne mein Schatten auf dem Gehweg mir so atemberaubend schnell voraus eilt, dass sie irritiert bei Seite springt um dem Biker-Rowdie hinter sich freie Bahn zu gewähren. But don't be scared, it's only me!

Welche Art von Psychose hat eigentlich Menschen befallen, die im Supermarkt vor dem Regal stehen und Ananasdosen schütteln? Ich weiß, dass ich das als Kind mit Überraschungseiern praktiziert habe, um zu lauschen, ob da wirklich so ein Tiny Topsy Happy Hippie irgendwas drin ist. Ich dachte immer bei Dosenananas gäbs keine Überraschungen.

good morning

Schon wieder ein sonniger Morgen!

Das Ganze wird immer unheimlicher je länger ich darüber nachdenke. Also lasse ich das.

Ich habe noch nicht beschlossen, wie spät es ist und beginne diesen Tag - wie jeden anderen auch - damit, Wasser für den gleich folgenden Kaffee aufzusetzen. Ich erinnere mich einst gelesen zu haben, der Mensch brauche Rituale - im Alltag, in der Partnerschaft, bei der Arbeit. Nunja, dann ist das mein erstes Ritual für heute und ich zelebriere es mit einem kühlen Luftzug, den ich durchs Fenster herein strömen lasse, um den babyblauen Himmel zu bestaunen und ein paar Sonnenstrahlen meine Nase kitzeln zu lassen.
Sollte es denn wirklich schon der Frühling sein, der da über uns hereinbricht?

Das nächste Ritual: Laptop hochfahren und Winamp starten bevor das Wasser auf dem Herd anfängt zu brodeln. Natürlich, jeder weiß, der Zufallsgenerator nervt, wenn die Musikbibliothek erst einmal auf eine ansprechende Größe angewachsen ist. Allerdings passt es gerade wie die Faust aufs Auge. Sie hören einen gutgelaunten Jens Lekman mit Kanske Är Jag Kär i Dig, gefolgt von swingenden Gutenmorgenjazzklängen aus dem Hause Koop. Kaffee ist fertig!

Noch ein Punkt auf meiner ToDo-Liste für dieses Leben: Eigene Radiosendung. (Da existiert jede Menge ungehörte Musik abseits des breiigen Mainstreams! Leute! Ohren auf!) Aber dafür lass ich mir Zeit bis nach meinem ersten Buch, dem Film dazu und dem eigenen Holzhaus am Sognefjord, denn das ist leider kein Job mit dem man Blumentöpfe gewinnt.

Mir geht die gute alte Mixtape-Tauschbörsen-Zeit so ein bisschen ab. War das nicht genial stundenlang vor dem Rekorder zu sitzen, hin- und herzurechnen und zu spulen, die passenden Tracks auszuwählen, nachdem man ein Topic gefunden hatte und zum Schluss noch das Cover-Artwork zusammenzufummeln? Ich habe damals jedes einzelne Mal vor Aufnahme die Kassette einmal leer durchlaufen lassen um die korrekte Zeit zu stoppen, weil die ja nie mit der angegebenen Länge überein stimmte. Und wenn das Ding dann fertig war, gings ab in die Post um einen Menschen glücklich zu machen, oder nachdenklich, oder neugierig - während man selbst tagelang vor dem Briefkasten hockte und auf seine ganz persönliche Mixtape-Überraschung wartete. I want my tapedeck back! CDs brennen ist irgendwie nicht dasselbe.

Der Badly Drawn Boy singt übrigens gerade Once around the Block und dahin verabschiede auch ich mich. Der Kühlschrank schreit nach Futter und ich muss noch ein bisschen mehr Morgenluft einsaugen.

Donnerstag, 7. Februar 2008

wohnküche

Ich wohne jetzt offiziell in meiner Küche. Ein bisschen schade eigentlich, nutze ich so doch nur ein gutes Drittel der Wohnfläche hier oben.
Zu Anfang war es auch nur der Laptop auf dem Küchentisch - nach der Erkenntnis, das wäre der einzige Ort mit einigermaßen erträglichem W-LAN-Empfang.
Leider sind die Küchentische in den gestellten Azubi-Wohnungen immer ein wenig wackelig und klein. Also stand da plötzlich wie von Geisterhand der Schreibtisch aus meinem unbewohnten Zweitzimmer vor dem Küchenfenster.
Von Geisterhand ist natürlich die Untertreibung des Jahres, hat mich das Teil doch Blut und Wasser schwitzen lassen.
Aber selbst ist die Frau und ich bin ja schon groß. Meistens.
Tja, und da sich cineastische Meisterwerke vom bequemen Bett aus viel gemütlicher rezipieren lassen als von einem blöden Bürostuhl, auf dem man eh den ganzen Tag schon hockt, liegt hier jetzt auch noch mein Lattenrost inklusive Matratze.

Ich hoffe auf baldige Besserung. Angeblich lässt der DSL-Anschluss der Nebenan-Nachbarn nicht mehr allzulang auf sich warten und ich bin nicht mehr auf das schwache Erdgeschoss-Signal eines Kollegen angewiesen, dessen UMTS-Anbieter derzeit zu allem Unglück und aufgrund technischer Probleme nur GPRS zur Verfügung stellt - das Problem besteht natürlich ausschließlich hier. In Restpaderborn funktioniert alles vorzüglich.
Murphy's Law. Definitiv.
Surfen mit 56k-Modem-Speed ist eine Erfahrung, die ich eigentlich nie wieder machen wollte, verdammt.

back in town

Paderborn müsse man lernen zu mögen, meinte der nette Herr von der Tankstelle einst. Mit viel Spucke und Geduld könne da was draus werden.
Ich bin mir nicht sicher wieviel Zeit und Spucke ich noch zu investieren bereit bin. Beste Freunde werden wir nie, diese Stadt und ich. Doch wir lernen langsam aber stetig miteinander umzugehen und uns nicht in die Quere zu kommen. Wenn man gewisse Eigenheiten des jeweils anderen mit Rücksicht betrachtet und bereit ist damit zu leben, dann wird das Nebeneinanderherexistieren um Einiges leichter.

Ich erinnere beispielsweise einen gleißenden Sonntagmorgen vor ein paar Tagen, an dem Sonnenlicht krachend auf meinem Balkon aufschlug, wie ein berstendes Raumschiff vor dem Fensterglas explodierte und mich sanft aus dem Schlaf riss. Was für ein Beginn für einen eigentlich ziellosen Tag!

Das Licht am Morgen ist so ganz anders als das Licht am Abend oder zur Mittagszeit. Kühl und doch kraftvoll, klar und zielstrebig, nur darauf aus die Welt zu erwecken und gierig zu machen auf den neuen Tag. Es lauert zwischen den Baumwimpfeln und hangelt sich langsam herab während du noch im Schatten wandelst, und plötzlich trifft es dich mitten ins Gesicht.

Zehn ist die magische Uhrzeit im Park. Von da an wird das Joggeraufkommen unerträglich. Jäh verflüchtigt sich die Ruhe, bemooste Bäume bieten kein Versteck mehr, denn sie sind einfach überall! Keuchend, japsend und trampelnd drehen sie Runde um Runde. Unmenschliche Entschlossenheit. Was bringt einen Menschen dazu stundenlang im Kreis zu laufen wie ein Hamster im Laufrad?

Ich trete den Rückzug an mit einem Kopf voller wirrer Gedanken und dem Morgenlicht eingesperrt in meine Kamera.

Hier ist alles ein bisschen anders. Und Gewässer haben gesichtslose Nummern anstelle von Namen.


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